Interview mit Alexander Bulk

30. März 2015  |   Blog   |     |   Kommentare deaktiviert für Interview mit Alexander Bulk

Vor Kurzem wurde unser Kollege Alex, der auch gleichzeitig der Autor des neuen Kochbuchs Vegan lecker lecker! 2 ist, vom veganen Lifestyle-Magazin „Vegan für mich“ interviewt. Wie es immer so ist, erschien das Interview in gekürzter Form und da wir denken, dass Alex‘ Antworten sehr lesenswert sind, veröffentlichen wir sie einfach hier. Viel Spaß beim Lesen!

„Vegan lecker lecker“ ist seit dreieinhalb Jahren eine Art Dauerbrenner in der veganen Küche und hat sich nicht nur in WGs und Studentenbuden etabliert. Nur die Fotoqualität wird öfter mal bemängelt. Was ist von der Fortsetzung zu erwarten?

Eine große Bandbreite unterschiedlicher Rezepte, von Vegan for Fat-Challenge-tauglichem Junkfood bis hin zu ausgefallener Rohkost und zuckerfreiem Süßkram. Außerdem ein umfangreiches Mach’s dir selbst-Kapitel, das sich der eigenen Herstellung bekannter Produkte wie Sahne, Käse, Fleischalternativen, Schokoriegel und so weiter widmet. Ich will mir nicht zu sehr auf die Schulter klopfen, aber die Fotoqualität ist sicherlich ein ganzes Stück besser.

Gleichzeitig ist das Buch wie sein Vorgänger nach dem Do it yourself-Prinzip entstanden, ich habe also von der Rezeptentwicklung über die Fotos bis zu Satz und Layout versucht, möglichst viel selber zu machen. Und weil wir keine teuren Foodstylistinnen, -fotografinnen und Layouterinnen bezahlen mussten, können wir das Buch über den günstigen Preis, für unter zehn Euro, auch vielen Menschen zugänglich machen.

„Compassion Media“ – also Mitgefühl Medien – ist ein eher ungewöhnlicher Name für einen Buchverlag. Für den Verlag steht demzufolge der Auftrag im Mittelpunkt, einen Beitrag gegen das Leiden und die Ausbeutung von Tieren zu leisten?

Definitiv, aber nicht ausschließlich. Unser Fokus liegt auf dem Mensch-Tier-Verhältnis, weil wir dort immensen Handlungsbedarf sehen. Hier gilt es, zunächst die Ideologie zu entlarven, die hinter dem Konsum von Tierprodukten und -körpern steckt und die Melanie Joy treffend als „Karnismus“ bezeichnet hat. Wenn dieses Glaubenssystem einmal aus seiner Unsichtbarkeit gerissen wurde, ist es umso leichter zu zerstören. Meiner Erfahrung nach öffnen sich Menschen jedoch bereitwilliger neuen und ungewöhnlichen Gedanken, wenn sie auch wissen, wie es anders laufen kann. Es fällt mir leichter, keine Leichenteile zu essen und keine Muttermilch anderer Spezies zu trinken, wenn ich weiß, dass vegane Burger auch supergeil schmecken können und Haselnussmilch sowieso das leckerste Getränk auf der Welt ist. Uns geht es also darum, gesellschaftliche Missstände aufzudecken und Alternativen zu fördern – vor allem, aber nicht nur, hinsichtlich der Befreiung der Tiere.

Welche weiteren Ziele verfolgt der Verlag? Gibt es Visionen?

Unsere Arbeit beschränkt sich nicht auf Veganismus und Tierrechte. Wir wollen versuchen, das „große Ganze“ im Blick zu behalten, wenn du mir diese Floskel gestattest. Aus unserer Sicht ist das ohnehin der einzig mögliche Weg, weil die gesellschaftlichen Ausbeutungs- und Diskriminierungsformen eng miteinander verflochten sind, sich gegenseitig bedingen und verstärken – Stichwort Intersektionalität. Dementsprechend wollen wir zukünftig zu einem größeren Spektrum an Themen veröffentlichen. Felder wie Feminismus und Gender, Antirassismus, solidarische Ökonomie und Aktivismus beispielsweise reizen uns sehr.

Zu deiner letzten Frage fallen mir nur pathetische Antworten ein. Die große Vision, die uns als roots of compassion-Kollektiv am Herzen liegt, ist wohl die einer herrschaftsfreien Welt, in der Menschen ihrer Umgebung mit Empathie und Respekt begegnen. Wir versuchen auf verschiedenen Wegen darauf hinzuarbeiten. Durch den Vertrieb von veganen Lebensmitteln, fairen Klamotten und Produkten mit politischen Aussagen über unseren Onlineversand, durch Bildungsarbeit zu verschiedenen Themen und eben durch das Verbreiten von unfassbar guten Büchern über compassion media.

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